Reisefotografie und Rahmen – Beobachtungen beim Fotografieren in den Gärten von Schloss Trauttmannsdorff

Foto: Michael Mahlke
Foto: Michael Mahlke

“Eine Fotografie hat Ränder, die Welt nicht.” Dieser einfache Satz von Stephen Shore enthält ein wichtiges Merkmal menschlicher Beobachtungen.

Wir nehmen nur das wahr, was wir sehen können. Der Rahmen oder Sucher ist in der Fotografie das eigentliche Geheimnis des Erfolgs.

Nicht die Entgrenzung sondern die Begrenzung ermöglicht dem Menschen Orientierung und Genuß.

Das ist auch das Geheimnis guter Reisefotos.

Ich habe einige Zeit ein Reisemagazin herausgegeben, Travigal.de. Dort wurden besondere Reiseberichte publiziert, die weniger über Essen und Trinken berichteten als über Land und Leute und die dem Zufall einen Raum gaben.

Dabei entstanden einige Fotobücher in elektronischer Form.

Das digitale Fotobuch „Fotografieren in den Gärten von Schloß Trauttmannssdorf“ ist ein Beispiel für die sozialen Gebrauchsweisen der Reisefotografie.

Im Prinzip ist es eine stichprobenartige Dokumentation der sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie im Urlaub beim Besichtigen einer „Location.“

Man könnte auch einfach in den Gärten spazierengehen.

Stattdessen entdecken die meisten Menschen die Schönheit dieser Gartenlandschaft durch das Fotografieren – durch ihren persönlichen Rahmen. Der Rahmen ermöglicht erst die Individualität wie man in diesem Buch sehr schön sehen kann.

Das Buch hat den Vorteil, daß es die sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie im Urlaub an diesem Ort detailliert an einigen zufälligen Beispielen demonstriert. So wird deutlich wie wichtig Reisefotografie zum Entdecken von Menschen und Landschaften heute geworden ist.

Reisefotografie ist also vielfach die Voraussetzung für „erfolgreiches“ Reisen und den Genuß der besten Momente.

Wie gut, daß es Digitalkameras gibt!

Avatar-Foto

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert