Alt ist jung und ohne Sinn – auch in der Fotografie

Fotografie bleibt immer jung, weil die Technik sich ändert und weil alle Menschen sterben. Das geht in die Richtung Zivilisation ändert sich Kultur nicht.

Gerade der Tod als Bestandteil des Lebens erlaubt die Neuentdeckung durch die Lebenden als erstmaliges Entdecken für sich selbst zu sehen – und so entdeckt die Welt immer wieder sich selbst und glaubt jetzt da zu sein, wo man früher nicht war – das stimmt aber nur für das eigene Leben und Erleben.

Denn es ist alles schon mal dagewesen, weil die Menschen im Wesen nicht verändert sind, nur die Technik ändert sich ein bißchen und das zivilisatorische Umfeld.

Wenn ich auf meine Bücher blicke, dann steht dort alles drin und wird mit vielen Fotos gezeigt, was wir vermeiden könnten. Das Lachen des Henkers oder die Die andere Front oder The Russian Heart sind nur drei Titel von vielen.

Ich gebe ja seit Jahren unserer Politik eine Mitschuld an dem, was hier nun geschieht. Wer die Wehrhaftigkeit abschafft und alle Türen öffnet, muß sich nicht wundern, wenn die Ankommenden sich nehmen, was sie brauchen und nicht was sie dürfen und natürlich kein Respekt vorhanden ist und das Recht immer schwächer wird, weil eher die Unschuldigen bestraft werden.

Als ob die Menschen ohne Vorprägung und ohne Vorgeschichte wären!

Diese Naivität ist eine Ursache der Übergriffe und des langsamen Untergangs guter Strukturen.

Hinzu kommt die heutige EU in dieser undemokratischen Form…

Und nun ist mir bei einem Blick auf meine Fotobücher klar geworden, daß diese im Grunde genommen alle wertlos sind als wirksame Waffen für die Bewältigung der Gegenwart, weil Politik kein Interesse an Aufklärung hat sondern andere Interessen. Das dokumentierte Geschehen und seine fehlende Relevanz führen damit direkt zum Pudels Kern.

Im Grunde ist es eine Sammlung vom Weltgeschehen, die das zeigt, was ich bei Arthur Schopenhauer lese:

„Im allgemeinen freilich haben die Weisen aller Zeiten immer dasselbe gesagt, und die Toren, d. h. die unermeßliche Majorität aller Zeiten, haben immer dasselbe, nämlich das Gegenteil, getan: und so wird es denn auch ferner bleiben. … Darum sagt Voltaire: Wir werden diese Welt ebenso dumm und schlecht zurücklassen, wie wir sie bei unserer Ankunft vorgefunden haben.“

In diesem Sinne

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About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

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