Schön und Reich und ihre sozialen Gebrauchsweisen der Fotografie

Das Thema wäre ein Buch wert aber ich will mich auf ein paar Gedanken beschränken.

Dabei stehen zwei Artikel als Anregung im Vordergrund.

„Der legendäre Straßenfotograf Joel Meyerowitz sieht die Allgegenwart von Handykameras als etwas Positives und erklärte gegenüber der AFP, dass sie jedem die Möglichkeit gebe, sich auszudrücken. Meyerowitz sprach gestern Abend bei den Sony World Photography Awards, wo er mit dem Preis für herausragende Verdienste um die Fotografie ausgezeichnet wurde. Heutzutage fotografieren Milliarden von Menschen täglich, und es gibt eine Bildkultur, die den Menschen Werte über Fotografie, über Menschlichkeit und über Würde vermittelt“, sagte er der AFP.“

So steht es auf petapixel.com

Das erinnert mich an Herrn Lammerhuber.

Fachkompetente Menschen beschreiben eine neue Richtung bei der Nutzung neuer bildgebender Verfahren.

Und dann habe ich dies in die Realität der Schönen und Reichen gesetzt, die mit ihren Möglichkeiten so viel mehr für uns alle machen könnten.

Mein Beispiel ist Le-Pen-Zögling Jordan Bardella, der sich in  Prinzessin Maria Carolina verliebt hat. Dabei geht es mir nicht um die politische Frage. Es geht mir darum, was diese junge Frau fotografisch zeigt. Während Meyerowitz bei Fotografie an Menschlichkeit und Würde denkt, sehe ich  hier etwas Anderes:

„Die Jetsetterin, die abwechselnd in Italien, Monaco und Paris lebt, modelt nebenbei. Sie liebt starke Motoren und teure Handtaschen, dokumentiert jedes neue Outfit bei Instagram und lässt inzwischen 219.000 Follower an ihrem Jetset-Leben teilhaben. Mit 22 im Raubtier-Fummel – pourquoi pas, warum nicht?“

Ich habe diese Frau als Pars pro toto genommen. Es ist ein Blick und vielleicht dadurch auch ein Einblick in das, wie reiche und „schöne“ Menschen Handykameras nutzen.

Insofern sind diese Zeilen ein Schlaglicht auf das, was Meyerowitz sagt und dem, was real medial dominiert.

Die sozialen Gebrauchsweisen haben sich vielleicht dann doch nicht geändert sondern sind eher so geblieben. Geändert hat sich nur die Möglichkeit, dies leichter medial umzusetzen.

 

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

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