Neue Zeiten

„Ich konnte damals nicht dabei sein und wollte wenigstens jetzt diese untergegangene Welt hier unter digitalen Bedingungen in der fotografischen Umsetzung neu lebbar machen so wie z.B. die Fuji X100 klassisches Denken in eine neue Form brachte… Im Wissen, daß diese Art zu fotografieren und zu sehen im Mainstream vorbei ist, habe ich dennoch diese Webseite aufgebaut, weil ich in dieser Welt mit diesem Anspruch noch mental und digital-real leben wollte.

So habe ich vor fünf Jahren meinen Weg auf meinen fotografischen Blogs in den letzten zwanzig Jahren beschrieben.

Aber die Zeit ist nicht stehen geblieben.

In der wirklichen Welt unterwegs nutze ich fast nur noch Smartphones, die aber fast alle nur ein Bokeh errechnen, so daß für echt gestaltete Fotos jenseits der Rechenleistung dann doch nur eine pure Digitalkamera bleibt. Daher bleiben pure Digitalkameras für mich unersetzlich.

Das Smartphone ist immer dabei. Zum erweiterten Gestalten dienen pure Digitalkameras. Aber die habe ich eben nicht immer dabei. Neuer Gebrauch in neuer Zeit?

Für mich leitet das Iphone 17 pro eine neue Ära mit einer Brennweite bis 200mm ein, die wirklich  nutzbar ist und haptisch akzeptabel ist. Noch griffiger wäre noch besser.

Dieser technische Rahmen erweitert meine fotografischen Gestaltungsmöglichkeiten unterwegs.

Aber die erste Sony RX100 mit 1 Zoll Sensor und 28-100mm ist immer noch unerreicht, auch haptisch.

Das war ein kurzer Blick zurück auf meine fotografische Lebenspraxis online. Mehr ist auf meinen Blogs zu finden.

Wenn ich nun fotografisch weiter blicke bis zu meinem dokumentarischen Impuls, dann sehe ich, wie wichtig die Bilder gegen das Vergessen von mir waren, weil sie noch da sind. Sie zeigen, was vor Ort war. Mein Ansatz war immer vor Ort für die Nachwelt zu dokumentieren.

Denn wenn nichts dokumentiert ist, kann man nicht mal mehr wissen, was war. So banal ist das.

Diese Erfahrung machte ich beim Schreiben einiger Bücher und der Suche nach Unterlagen und Quellen.

Vieles war einfach ausgelöscht oder nie dokumentiert worden. Und heute muss es online auffindbar sein. Das ist schwierig genug.

Vielleicht bleibt von mir und meinem sozialdokumentarischen Impuls ja doch etwas im historischen Bestand, denn die Fleißigen und Qualifizierten ohne Stimme in den Medien vor Ort mussten bluten – und wenn ich es schon nicht aufhalten konnte, so wollte ich es wenigstens aufzeichnen als Dokumentation in Wort und Bild. Armut und Ausgrenzung gehören ebenfalls dazu.

Ich bin mir meiner eigenen Machtlosigkeit dabei bewußt gewesen, zumal die wunderbare Gabe des Wissens keine Macht über das Geschehen hat.

So habe ich nun meinen Teil erfüllt.

Es bleibt mein Alltag mit Fotografie unter dokumentarischen und persönlichen Gesichtspunkten.

Mal sehen, was daraus wird.

Text 1.1

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

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