Neue Zeiten

„Ich konnte damals nicht dabei sein und wollte wenigstens jetzt diese untergegangene Welt hier unter digitalen Bedingungen in der fotografischen Umsetzung neu lebbar machen so wie z.B. die Fuji X100 klassisches Denken in eine neue Form brachte… Im Wissen, daß diese Art zu fotografieren und zu sehen im Mainstream vorbei ist, habe ich dennoch diese Webseite aufgebaut, weil ich in dieser Welt mit diesem Anspruch noch mental und digital-real leben wollte.

So habe ich vor fünf Jahren meinen Weg auf meinen Blogs in den letzten zwanzig Jahre beschrieben.

Aber die Zeit ist nicht stehen geblieben.

In der wirklichen Welt unterwegs nutze ich fast nur noch Smartphones, die aber fast alle nur ein Bokeh errechnen, so daß für echt gestaltete Fotos jenseits der Rechenleistung dann doch nur eine pure Digitalkamera bleibt.

Aber wie oft geschieht dies im Alltag?

Und ich stelle fest, daß mein dokumentarischer Impuls ohne sozial-mediale Relevanz war aber zeigt, was vor Ort war. Mein Ansatz war immer vor Ort für die Nachwelt zu dokumentieren. Denn wenn nichts dokumentiert ist, kann man nicht mal mehr wissen, was war. Diese Erfahrung machte ich beim Schreiben einiger Bücher. Vieles war einfach ausgelöscht oder nie dokumentiert worden. Vielleicht bleibt ja doch etwas im historischen Bestand.

So habe ich nun meinen Teil erfüllt.

Es bleibt mein Alltag mit Fotografie unter dokumentarischen und persönlichen Gesichtspunkten.

Mal sehen, was daraus wird.

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

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