Streetfotografie – der entscheidende Moment bei einem Strassenfoto

Heute leben wir fotografisch in den besten Zeiten.

Man braucht nicht mal mehr eine große Kamera, um schöne Fotos zu machen.

Auf die Schnelle kann ich mit einem Smartphone schöne Momente aufnehmen.

Warum sieht man auf dem folgenden Foto den entscheidenden Moment?

Weil der Autofahrer auf die Bremse tritt und die Bremslichter hinten leuchten.

Denn dadurch bekommt das Licht rund um den Baum eine visuelle Ergänzung, die aus einem abendlichen Foto auf dem Parkplatz eine schöne Lichtmischung macht.

So wurde aus einem stillen Strassenfoto auf einem Parkplatz ein Herbstfoto, das Licht, Laub, Dämmerung, frühe Nacht und dynamische Elemente im Wechselspiel verknüpft.

Das ist dann der entscheidende Moment in einer Situation, der aus einem Foto ein interessantes Fotomotiv macht. Das Ganze ist ja drei Sekunden später schon wieder vorbei.

Man muß selbst entscheiden, wann der entscheidende Moment in einer Situation gekommen ist. Hätte ich nur die Autos auf dem Parkplatz aufgenommen, hätte es keinen entscheidenden Moment gegeben. Dies bedeutet, ich muß diesen Moment auch selbst definieren. Er ergibt sich eigentlich immer aus dem, was eine Situation zu bieten hat und was ich sehe. Es ging mir darum, die Atmosphäre aufzunehmen.

Man merkt an diesem einfachen Beispiel worauf es ankommt.

Ich habe zunächst eigentlich die Ruhe auf dem Parkplatz bei trockenem Wetter und das Licht in der Dämmerung gesehen. Dies ergab eine Atmosphäre, die schön war. Es war ein goldgelbes Licht in der Dämmerung. Und dann fuhr jemand vom Parkplatz und beim Bremsen ergab sich diese völlig neue Lichtmischung, die auch eine Atmosphäre durch Farben herbeizauberte. Genau dieser Moment veränderte dann alles und ließ mich aus dem Auto dieses Foto mit meinem Iphone SE machen.

Dadurch ist in diesem Foto der Zauber vom Herbst in der Dämmerung und die beginnende Nacht und die besondere Farbgestaltung zu sehen.

Hier erzeugt die Realität das Foto.

Die neue schnelle Smartphone-Fotografie ist technisch wirklich ganz einfach. Aber wenn es echte Momente sind, die man einfangen will, muß man noch aufpassen.

Es gibt dazu ein paar interessante Texte von mir. Diese finden Sie, wenn Sie auf den Link klicken.

 

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

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