Warum Foto nicht gleich Foto ist

Michael Kenna wurde für das Fotomagazin interviewt.

Er formuliert eine schöne Erkenntnis:

„Ich glaube, wir verstricken uns manchmal in Definitions- und Rationalisierungsversuche, die weder notwendig noch wirklich hilfreich sind.

Die Fotografie deckt viele sehr unterschiedliche Interessenbereiche ab, die sich nicht gegenseitig ausschließen. Beispielsweise ist es für mich ganz wunderbar, wenn ich mit dem Handy ein Foto von einem Kindergeburtstag mache und es sofort per E-Mail über tausende Kilometern an einen weit entfernten Ort schicken kann.

Wie kann man die Freude des Empfängers eines solchen Fotos mit den Empfindungen vergleichen, die Museumsbesucher beim Betrachten eines hundert Jahre alten Platin- oder Silberabzugs haben?

Beide Erfahrungen haben mit Fotografie zu tun, doch sie lassen sich kaum vergleichen.

Wir alle entscheiden, wie und warum wir die Fotografie nutzen. Veränderungen sind normal. Ein Bild auf meinem Handy ein paar Sekunden lang zu betrachten und einen feinen Original-Silberabzug zu studieren, sind ganz unterschiedliche, wenn auch verwandte Erfahrungen. Jedes hat seine eigene Persönlichkeit und sollte gefeiert werden.“

In diesem Sinne!

 

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert