Willy Ronis oder die fotografische Unauffälligkeit des Alltäglichen

„Ronis lebte in einem unauffälligen Gebäude in einer unauffälligen Straße in einem unauffälligen Teil von Paris. Es ist kein Zufall, dass diese Beschreibung auch für die meisten Orte gelten kann, die seine Pariser Bilder zeigen.“

So schreibt Paul Ryan über Willy Ronis in WillyRonis55.

Aktuell gibt es ein wunderbares Video über ihn in der arte und ard Mediathek, das sich lohnt.

Willy Ronis ist ein gutes Beispiel dafür, daß nicht die Fotos sondern die Beziehungen über Erfolge entscheiden.

„Das wohl bekannteste Foto von Ronis zeigt einen kleinen Jungen, der mit einem Baguette unter dem Arm auf der Straße rennt. „Le petit parisien“ lautet der Titel. Aufgenommen wurde es 1952, also zwei Jahre bevor Cartier-Bresson das andere, mittlerweile ebenso klischeebehaftete Foto von einem kleinen Jungen machte, der mit zwei Rotweinflaschen in den Armen in der Rue Mouffetard stolziert.“

So beschreibt es Ivo Kranzfelder anläßlich einer Versteigerung.

Cartier-Bresson hatte die Kontakte, die sein Foto erfolgreich machten, Ronis hatte das bessere Foto aber nicht die Kontakte.

Aber wir lernen noch etwas. Es kommt auch darauf an,  wo du fotografierst, wenn du es verkaufen willst.

Fotos von z.B. Remscheid würden da wohl unter Resterampe oder Lost Places laufen.

Und damit möchte ich diesen Text in die Welt schicken.

 

 

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

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