Reden wir über Fotografie

Andreas J. Hirsch hat Artikel von Hans-Michael Koetzle über FotografenInnen gesammelt zwischen dem Besuch von Ausstellungen und direktem Interview.

Während Hirsch in der Einleitung z.B. schildert, dass ein Gespräch von Koetzle und Cartier-Bresson eher was mit Zen zu tun hatte, findet sich dieses dann gar nicht in dem Buch wieder, sondern ein Artikel über den Besuch einer Ausstellung über das Werk von Cartier-Bresson nach seinem Tod.

Koetzle weist in dem Artikel darauf hin, dass Cartier-Bresson schon früh ein eher geschlossenes Portfolio an die Museen gegeben hat, das sehr formell aufgebaute Fotos enthielt und nun in der Ausstellung endlich gezeigt wird, was bisher nicht zu sehen war.

Später in dem Buch ist dann ein Interview mit Saul Leiter zu finden. Da weist Leiter darauf hin, dass gerade diese Fotos von Cartier-Bresson für ihn sehr wichtig waren, um den eigenen Weg zu gehen.

So ist das Buch.

Es enthält eine Sammlung von publizierten Texten über Besuche, Erlebnisse und Interviews aus verschiedenen Zeiten und Blickwinkeln, die unterschiedlich, zeitbedingt und z.T. widersprüchlich wie das Leben sind. Da Koetzle viel für Leica gearbeitet hat, kommt auch viel Leica darin vor.

Auf gut Deutsch ist es ein sehr interessantes Buch für die, die so etwas mögen.

Wer den Rückblick nicht scheut obwohl die Fotografie ja immer pure Gegenwart ist, der wird mit diesem Büchlein viel Kurzweil haben.

 

About Michael Mahlke

Früher habe ich Bücher geschrieben über den Nationalsozialismus, die Gewerkschaftsbewegung, das Leben der kleinen Leute im Arbeitsleben, Ausstellungen organisiert, Lernsoftware entwickelt und Seminare zu Themen wie „Global denken vor Ort handeln“ geleitet. Nach der Grenzöffnung 1989 qualifizierte ich Menschen und half, in Umbrüchen neue Lebensorientierungen zu finden und dann wechselte ich in die industrielle Organisationsentwicklung. Oft war ich einer der wenigen, der das Sterben der Betriebe und das Sterben der Hoffnung der Menschen sah. Ich wollte nicht nur helfen sondern auch festhalten für die Nachwelt. Denn die Worte zeigten keine Gesichter und die Geschichten erzählten keine Momente, so wie ich es erlebt hatte. Wenn ich das alles damals schon nicht aufhalten konnte, dann wollte ich es wenigstens festhalten. So kam ich zum Fotografieren. Mehr hier - http://dokumentarfotografie.de/2022/09/17/der-fotomonat-und-seine-zeiten/

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